Kalibrierung

Damit die Bilder auf meinem neuen LCD auch wirklich möglichst optimal aussehen, habe ich mir ein Kolorimeter zur Farbkalibrierung gekauft.

Meine Wahl fiel auf die „Spyder2 Suite“ von Colorvision. Damit kann man neben der Farbkalibrierung von LCD- und Röhrenmonitoren auch die Druckausgabe farbtechnisch auf Vordermann bringen. Letzteres habe ich allerdings bis jetzt noch nicht ausprobiert.

spyder2suite

Nebenbei: Die Preise von Amazon kann man wirklich als Tages- oder vielleicht sogar Minutenpreise bezeichnen. Als ich eben nochmal nach dem Preis der Spyder2 Suite geschaut habe, war sie für 123,99 gelistet. Vor nicht ganz einer Woche kostete sie noch 119,99.

Das Vorgehen zur Monitorkalabrierung ist recht einfach und dauert ca. eine Viertelstunde, von der aber zum Glück der größte Teil ohne Interaktion mit dem Anwender abläuft.

spyderhardware
Die Spyder-Hardware: In der Mitte das Kolorimeter mit USB-Kabel, rechts unten das Gegengewicht, um das Messgerät über den Monitor zu hängen, links der Aufsatz zum Vermessen von LCD-Monitoren.

Man hängt das Messgerät einfach vor den Monitor und stellt…

…zunächst (sofern es der Monitor erlaubt, was z.B. bei Notebook-Displays in der Regel nicht der Fall ist) die Farbtemperatur per RGB-Schieberegler am Monitor ein. Die Spyder2-Software hilft dabei, indem sie anzeigt, wie weit man von der gewünschten Farbtemperatur (bei mir 6500K) entfernt ist.

spydermonitor
Die Spyder-Soft- und -Hardware in Aktion (links unten sieht man das Onscreen-Menü des Monitors zur RGB-Feineinstellung)

Danach werden automatisch in der Mitte des Monitors, vor dem Auge des Messgeräts, die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau in unterschiedlicher Helligkeit und zum Schluss einige Graustufen von der Software eingeblendet und vom Kolorimeter gemessen.

Zum Schluss kommt dann ein ICC-Profil für den Monitor heraus, das automatisch per Betriebssystem (zumindest unter XP SP2 und Vista) eingebunden wird und die Farbausgabe der Grafikkarte optimal anpasst.

(Subjektive) Ergebnisse:

Ohne ein Farbkalibrierungsprofi zu sein (dieser würde sicher die Resultate dieses „Billiggerätes“ an vielen Stellen kritisieren…), glaube ich sowohl bei meinem LCD-Monitor, als auch bei den beiden Notebookdisplays deutliche Verbesserungen zu sehen.

Die Veränderungen beim LG W227WT liegen in einer etwas wärmeren Farbgebung und insbesondere in deutlich gleichmäßigeren Farbverläufen. Besonders graue Verläufe zeigten vor der Kalibrierung eine ungleichmäßige Streifenbildung. Die Abstufungsstreifen sieht man nach der Kalibrierung zwar immer noch leicht, aber die Streifen sind nicht mehr unterschiedlich breit, sondern deutlich gleichmäßiger.

Besonders stark sind die Unterschiede allerdings bei den (billigen) Notebook-Displays sichtbar geworden. Auf meinem Lenovo 3000 C200 haben meine beiden Lieblingsfernsehmädels Marietta und Kai Sölve (und natürlich auch alle anderen) jetzt endlich keine lavendelfarbenen Gesichter mehr.

Merkwürdigerweise hatte sowohl das Display meines relativ neuen Lenovo 3000, als auch das des schon recht betagten Peacock Freeliner XP (baugleich mit dem ehemaligen „Lidl-Notebook“ Targa Visionary irgendwas) diesen blass-lila-Stich bei Hautfarben. Zum Glück konnte die Spyder das bei beiden Notebooks korrigieren.

Fazit:

Die Farb-Kalibrierung per Kolorimeter lohnt sich auf jeden Fall!

Danach ist Weiß weiß, Schwarz schwarz und die Verläufe dazwischen sind merklich gleichmäßiger abgestuft. Auch lästige Farbstiche, die man manuell kaum wegbekommt, werden automatisch korrigiert. Je „billiger“ ein Display ist, desto stärker fällt der wahrnehmbare Unterschied aus.

Sicher könnte man mit teurerer Profi-Hardware noch bessere Ergebnisse erzielen, aber wer kauft schon für einen 350 Euro Monitor ein Profi-Kolorimeter, das gut über 400 Euro kostet.

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