Veräppelt

Irgendwann musste es ja soweit kommen: Ich habe jetzt mein erstes Apple-Produkt. Es ist ein iPod Touch 2G mit 16GB Speicher.

Das Ding ist einfach zu schick, als dass man sich dauerhaft davon entziehen kann.

Schon beim Auspacken wird klar, dass sich der Kollege „Stefan Arbeitsplätze“ nicht den maximalen Deckungsbeitrag aus dem Verkaufspreis holt, sondern einen Teil davon in aufwändige Verpackung investiert.

Kabelbinder zum Beispiel findet man nicht einen in der schicken Acrylpackung, sondern jedes zusammenzuhaltende Teil ist feinsäuberlich mit einem Folienstreifen umwickelt. Die Folie hat jeweils eine Lasche, die das Öffnen der Klebestelle ganz einfach macht.

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Durchgängiges Konzept: Auch die gesamte Verpackung ist mit einer „Laschenfolie“ umwickelt.

Meine ersten Erfahrungen und ein erstes Fazit…

Die bereits erwähnte durchgängige Folienumwicklung ist äußerst zweckmäßig und schick und macht das Auspacken der wenigen Teile leicht.

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Das schwarze Röllchen rechts unten ist das zusammengerollte und (natürlich) mit Laschenfolie umwickelte Reinigungstüchle, das weiße Heft ist kein Handbuch.

Es wird weder ein gedrucktes Handbuch noch ein Dock mitgeliefert (nur ein Dock-Adapter). Ersteres ist verschmerzbar, letzteres allerdings ein bisschen schade. Hier optimiert der Stevie wohl doch wieder den Deckungsbeitrag.

Bevor man richtig loslegen kann, ist erstmal iTunes herunterzuladen (Software-CD wird keine mitgeliefert). Ist aus meiner Sicht aber auch nicht weiter tragisch, da mitgelieferte Produkt-CDs in der Regel immer veraltete Software enthalten und man sowieso die neueste Version herunterladen muss.

Leider musste ich nach dem Start von iTunes feststellen, dass auch noch eine neue Firmware für das neue Gerätle vorliegt (ausgeliefert mit 2.1, aktuell ist 2.1.1), die mit knapp 280MB zu Buche schlägt und mangels integrierter Pause-Funktion im Downloadmanager von iTunes am Stück heruntergeladen werden muss.

Bei der Installationsvorbereitung blieb dann prompt der iPod hängen, aber iTunes bemerkte das, schlug einen Reset des Geräts in den Auslieferungszustand vor. Dem stimmte ich zu und das Update lief danach problemlos durch.

Und damit es nicht zu viel Prosa wird, die restlichen Erkenntnisse in Stichpunktform:

  • iTunes ist als Musikverwaltung etwas sperrig (ich verwendete bisher MediaMonkey) und unter Windows relativ träge und absturzfreudig (v8.0.0.35).
  • Der iPod ist mega schick, jedoch aufgrund des neuen, abgerundeten Designs und der sehr glatten Edelstahl-Rückseite physisch absturzgefährdet. Mir ist er bereits mehrfach aus der Hand geflutscht, aber dank Killerspielerreflexen konnte ich ihn immer noch vor dem „Crash“ wieder auffangen.
  • Die Bedienung ist extrem einfach, was auch daran liegt, dass es Funktionen, von denen man nicht intuitiv weiß, wie man sie bedienen sollte (z.B. Copy & Paste), einfach nicht gibt.
  • Die Firmware bzw. Software auf dem iPod verhält sich überwiegend genau so, wie man es erwartet: Man macht etwas und es funktioniert einfach.
  • Manchmal tut die Software nicht, was man erwartet und dann hilft auch das PDF-Handbuch nicht weiter und es gibt i.d.R. auch keine Möglichkeit das Verhalten zu beeinflussen – der Preis der Einfachheit!?
    Beispiel: Bei POP-Mailkonten werden Mails mit Anlagen nicht im iPod zwischengespeichert und können ohne aktive WLAN-Verbindung nicht gelesen werden (auch nicht der Text ohne Anlagen). Aus IMAP-Konten werden jedoch die vollständigen Mails samt Anlagen nach dem ersten Lesen auf dem iPod gespeichert.
  • Der App-Store von Apple ist momentan recht unübersichtlich und unstrukturiert und die Programme sind von eher „mittlerer“ Qualität.
  • Das Surfen ist mit dem integrierten Safari und der halbautomatischen Zoomfunktion ein absoluter Traum! Schade nur, dass Flash-Inhalte ignoriert werden und man Web-Filmchen nur von YouTube und auch nur mit einer Spezialanwendung anschauen kann.
  • Die Mediaplayer-Funktionen mit Coverflow sind wie erwartet solide und funktional, jedoch musste ich feststellen, dass im Hintergrund laufende Musik beim Surfen manchmal ins Stocken gerät.

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Viel Transparenz bei der Verpackung, weniger beim Systemverhalten.

Summa summarum bin ich mit dem Gerätchen bis jetzt sehr zufrieden und habe es primär im Einsatz, um auf dem Sofa Mails zu lesen und zu surfen, wofür ich mir eigentlich einen Nettop kaufen wollte. Aber den brauche ich jetzt vermutlich gar nicht mehr.

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